Willkommen zum Leben des Oscar Wilde

Neuester Blog Eintrag

Blogpost Dezember 2025

Liebe Leser dieses Blogs,
eine kleine Werbung in eigener Sache sei kurz nach dem 125. Todestag Oscar Wildes erlaubt. Vor kurzem erschien meine Übersetzung von Wildes einzigem Roman in zweiter, ergänzter und gänzlich revidierter Auflage im Elsinor Verlag mit dem Cover und den Collagen im Text von Ulrich Hoepfner. Ein weiterer Übersetzer, Günter Plessow, ist mit Auszügen aus bislang unveröffentlichten Shakespeareübersetzungen an den Stellen im Roman beteiligt, wo Wilde aus Shakespeare-Stücken zitiert. Nun hat Plessow den Roman noch einmal neu erlesen und schreibt dazu wie folgt:

Was ich Dir eigentlich erzählen wollte, ist, daß der Text des Buches [Das Bildnis des Dorian Gray], spätestens ab Kapitel 9, eine unglaubliche Zumutung darstellt, Zumutung für den Übersetzer––also Dich––der Du dabei offenbar eine sehr sichere Hand gehabt hast, um all diese kontextuell  gottweißwohergeholten Idole der Schönheit in brillant komponierten deutschen Sätzen zu referieren. Zumutung aber auch für den armen Leser––mich zum Beispiel––der seitenlang diese nichtendenwollende Kaskade vom fin-de-siecle-Beschwörungen zur Kenntnis nehmen soll. Ich gestehe, daß ich mich ziemlich bald beim Querlesen ertappt habe––jedesmal mit dem schlechten Gewissen, daß ich eine brillante Ü-Leistung weit unter Wert konsumiere, einfach, um dem zwischen den Zeilen hereindrohenden Unheil näher zu kommen.

Das mag einfach eine tadelnswerte Ungeduld dieses einen Konsumenten sein.
Könnte aber auch ein Indiz sein dafür, daß dieses brillante Englisch eines bekennenden Iren auf eine sehr bemerkenswerte Weise zwischen diesem wortreich leerlaufenden Schönheitsgerede und einer umso bestürzenderen Lapidarität hinundherpendelt.

Was als Bodensatz bleibt, ist, daß OW sich––salopp gesagt––bei aller an den Tag gelegten ironischen Witzigkeit immer um Kopf und Kragen schreibt, nicht erst in den letzten Texten aus der Gefängniszeit, sondern eben auch schon hier im Dorian Gray. Da er ein Schriftsteller ist, der seine Leser am Nasenring führt, wird man nolens volens mit hineingezogen…und kommt, wíe Du, sein Lebtag nicht mehr los von ihm.

Blog Post November 2025

Dear readers of the Oscar Wilde Blog.de,

for some months you have been reading posts by Fenna Reus, both in English and in German. She is now a student of English and Political Sciences at University, and this time, with the 125th anniversary of Oscar Wilde’s death approaching, I asked her to read and study The Picture of Dorian Gray in its uncensored wording from 1890, edited by myself, and relate the novel to a critical study of Toxic Language by Monika Schwarz-Friesel which I read in ...

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Blog Post November 2025

Liebe Leserschaft des Oscar-Wilde-Blog.de,

in den vergangenen Monaten hat eine junge Studentin der Anglistik und Politikwissenschaft an einer großen deutschen Universität wiederholt sich mit Neuerscheinungen befaßt. Im Angesicht des näher rückenden 125. Jahrestages von Wildes Tod schreibt Fenna Reus nun über meine unzensierte Ausgabe von Das Bildnis des Dorian Gray im Zusammenhang einer aktuellen Studie der Berliner Linguistin Monika Schwarz-Friesel: Toxische Sprache. Als ich...

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Resistance in the Maelstrom of Authoritarianism: Why Values Endure When Systems Fail

The call of our time is unambiguous: protect our democracy, show solidarity with democratic states worldwide, take a stand in today’s conflicts, and fight for a more just tomorrow.

No wonder so many of us feel as though we are being pulled into a whirlpool of inevitable defeats: How is one individual supposed to make a difference when  ...

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Widerstand im Malstrom des Autoritarismus: Warum Prinzipien stärker sind als Apparate

Der Aufruf unserer Zeit ist unmissverständlich: Schützt unsere Demokratie, zeigt Solidarität mit demokratischen Staaten weltweit, bezieht Stellung in den Konflikten dieser Tage und kämpft für ein gerechteres Morgen.

Kein Wunder, dass sich viele von uns fühlen, als würden sie von einem Strudel unabwendbarer Niederlagen mitgerissen: Wie soll eine Einzelne etwas bewegen, wenn ...

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To Speak is to Rule: Language in the Shadow of Colonial Violence

“Language carries culture, and culture carries, particularly through orature and literature, the entire body of values by which we come to perceive ourselves and our place in the world. ” (translated from German, DTM, p. 16)
Every two weeks a language dies as estimated by UNESCO. This is not just a loss of linguistic diversity...

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Wildes Hauptwerk

Alles über
"Das Bildnis des Dorian Gray"

Über mich

Jörg W. Rademacher, Jahrgang 1962, geboren und aufgewachsen in Westfalen. Studium an den Universitäten Münster, Dundee und Lille. Staatsexamen 1988. Promotion 1993. Wissenschaftler, Sprachlehrer sowie Autor und Übersetzer bis 2002 in Münster. Seit 2002 Gymnasiallehrer, Autor und Übersetzer in Ostfriesland. Beschäftigung mit Oscar Wilde seit 1988. Veröffentlichungen zu Wilde seit 2000 als Biograph und Herausgeber beziehungsweise Übersetzer, regelmäßig im Elsinor Verlag seit 2012, seit 2015 auch Herausgeber und Übersetzer von Oscar-Wilde-Kalendern.

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