Graue Felsen, grüne Hügel

Korrespondenzen

Liebe Leser dieses Blogs,

Oscar Wilde zählt zwar zu den Anregern der "Korrespondenzen"-Reihe der Edition Zugvögel, aber in diesem Irland-Buch sind vielmehr der schottische Journalist Alexander Somerville und der irische Schriftsteller James Joyce die Gewährsleute für historische und literarische Blicke ins Irland des 19. Jahrhunderts wie der vorletzten Jahrhundertwende.

Aus dem Jahr 1971 datiert das Titel gebende Tagebuch von Gerhard Rademacher, mein Vater. "Graue Felsen - grüne Hügel" eröffnet den Band, in dem die Photos meiner Mutter, Erna Rademacher, die im Klappentext genannte Gleichzeitigkeit von Geschichte und Moderne offenkundig machen.

Gerade in dieser durch die Erinnerungen meiner Schwester, Bettina Rademacher-Bensing, vervollständigten Familienkonstellation liegt nicht nur eine private, sondern auch eine politische Komponente. Denn eine Familie aufr Urlaub unterwegs in die einsamen Gegend im Westen Irlands, das ist Anfang der 1970er Jahre auch eine politische Botschaft: sowohl eine Reise auf Abwegen als auch eine Reise in Vergangenheit und Zukunft.

Niemand sonst hat das damals gemacht, vielleicht eine ähnlich disponierte französische Familie, vielleicht später andere Paare mit Kleinkind, die darüber hinaus auch noch per Anhalter fuhren.

Der Bürgerlichkeit auf Zeit entsagen, alles je nach Alter und Neigung beobachten und Ausgewähltes aufzubewahren, das taten damals nur diejenigen, deren alltägliches Überleben zwar gesichert war, deren Alltag jedoch wegen der alles überschattenden deutschen und persönlichen Vergangenheit stets etwas hatte vom Wandern durch die Welt und dem dabei notwendig werdenden Übersetzen außergewöhnlicher Erfahrungen in eine jeden Tag neu zu erlernde Sprache aus Worten und Bildern.

All das wird in Kürze in Buchform erscheinen. Bitte gern weitersagen und teilen,

Mit den besten Grüßen,

Jörg W. Rademacher

Zurück